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Osman Engin

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Böhmer: Integration in Kommunen muss Chefsache werden PDF Drucken E-Mail
Die Städte spielen nach Ansicht der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge
und Integration, Maria Böhmer, für das Gelingen von Integration eine
entscheidende Rolle.


Anlässlich der 34. Hauptversammlung des Deutschen Städtetages erklärt die
Staatsministerin: Vor Ort entscheidet sich, wie das Zusammenleben von Menschen
verschiedener Herkunft gelingt. Die großen Städte sind besonders gefragt, denn
hier konzentriert sich die Zuwanderung: In vielen Großstädten stammt schon heute
die Hälfte aller Kinder aus Zuwandererfamilien, in einigen sind es sogar rund
zwei Drittel. Wir brauchen daher gezielte Integrationsangebote besonders für
Stadtteile mit hohem Zuwandereranteil.
 
Die Städte, Kreise und Gemeinden sind sich ihrer großen Verantwortung für die
Integration bewusst. Das machen sie in ihren Selbstverpflichtungen zum Nationalen
Integrationsplan deutlich, betonte Böhmer. Es herrsche große Einigkeit darüber,
dass Integration in den Kommunen zur Chefsache gemacht werden müsse. Integration
ist eine Querschnittsaufgabe, die nahezu alle Bereiche der kommunalen Verwaltung
betrifft und an höchster Stelle angesiedelt werden sollte, so die
Integrationsbeauftragte.
 
Mit Verbundprojekten erreichen wir mehr, erklärte Böhmer und nannte beispielhaft
die Vernetzung von Kinderbetreuungsangeboten mit Integrationskursen für Mütter
sowie die gezielte Sprachförderung in Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen
bzw. Jobcentern vor Ort.
 
Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Gelingen von Integration sei die
stärkere Öffnung der Verwaltungen und städtischen Einrichtungen für Mitarbeiter
mit Migrationshintergrund. Wir brauchen mehr interkulturelle Kompetenz in Ämtern
und Behörden, in Schulen und Kindergärten, im Gesundheitswesen und in der
Altenpflege, unterstrich Böhmer.
 
Zudem müsse das bürgerschaftliche Engagement der Migrantinnen und Migranten
gestärkt werden. Aktive Teilhabe an der Gestaltung des unmittelbaren
Lebensumfeldes steigert die Verantwortung der Migrantinnen und Migranten und
erleichtert die Integration, so Böhmer. Deshalb sollten Initiativen wie
Stadtteilmütter, Integrationslotsen oder Tandemprojekte zwischen deutschen
Vereinen und Migrantenvereinen verstärkt gefördert werden. Sie selbst werde in
diesem Jahr ein bundesweites Netzwerk Bildungspaten ins Leben rufen, kündigte die
Staatsministerin an. Dabei gehe es um ehrenamtliches Engagement für
Vorschulkinder und Eltern, Grundschülerinnen und schüler, den Übergang von der
Schule in die Ausbildung und die Unterstützung von erstausbildenden
Betriebsinhabern aus Zuwandererfamilien.
 
Für alle Integrationsprojekte ist es notwendig, eine ehrliche Bestandsaufnahme
vorzunehmen, Ziele klar zu definieren, passgenaue Maßnahmen zu entwickeln und die
Evaluation sicherzustellen, fügte die Staatsministerin hinzu. Nur so könne
sichergestellt werden, dass die Integrationskonzepte auch wirken.
 
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