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Der Mercedes schwebt über die Straße und ich schwelge in Erinnerungen. Und da sehe ich es: Der Taxifahrer kurbelt das Fenster runter und brüllt den Fahrer links von ihm an: „Du Idiot! Gehört die linke Spur etwa deiner Mutter oder was? Lass mich endlich vorbei!“ „Lass meine Mutter aus dem Spiel, du Kamikaze-Fahrer, sonst komme ich rüber!“ brüllt der andere zurück. Auf einmal schert mein Taxifahrer aus und rast auf den Bürgersteig zu. „Nur weil Sie nicht links vorbei können, müssen Sie ja nicht unbedingt auf dem Bürgersteig fahren“, versuche ich ihn zur Vernunft zu bringen. „Halt du dich da raus, Alter! Wer ist denn der Fahrer hier, du oder ich?“ Die Passanten flüchten in panischer Angst und retten sich in die Hauseingänge. „Ich bin schon Taxi gefahren, als der Penner noch im Sandkasten gespielt hat“, ruft mein Fahrer gutgelaunt und nimmt einen kräftigen Schluck aus einer Bierflasche. Aber seine gute Laune währt nicht lange. Denn der Wagen vor uns bleibt plötzlich stehen. Zugegebenermaßen schon bei Rot, aber dadurch bringt er meinen Taxifahrer trotzdem aus seinem Konzept, ohne irgendwo anzuhalten, mich abzuliefern. Jetzt hupt er wie verrückt. „Ich will mich ja nicht einmischen, aber vielleicht sollten Sie mit dem Hupen solange warten, bis es Grün wird“, schlage ich zaghaft vor. Er hört überhaupt nicht auf mich. Kaltlächelnd legt er den ersten Gang ein und schiebt den Kleinwagen vor uns seelenruhig über die Straße. Mitten auf der Kreuzung lässt er das Auto und die Fahrerin darin dann stehen und fährt links an ihr vorbei. „So, das hast du nun davon, Mutti! Geh doch nach Hause, saubermachen“, brüllt er ihr rüber, zeigt zusätzlich den Vogel und sieht in dem Moment das Polizeiauto im Rückspiegel. „Jetzt halt dich fest, Alter! Es kann ein bisschen turbulent werden!“ ruft er. Die Fußgänger, die Autos, die Häuser, die Mülltonnen, alles rauscht nur so an mir vorbei. Ich kralle mich an meinem Sicherheitsgurt fest, versuche mich an ein Gebet zu erinnern und schließe die Augen! „Und da wären wir!“ sagt plötzlich der Taxifahrer höflich und reißt mich aus meinen schönen Erinnerungen. Ich mache ängstlich die Augen auf und sehe den Eingang von meiner Halle 4. „Das macht genau 15 Euro 80, der Herr“, sagt er. „Hier nehmen Sie Ihr Geld! Aber eins sag ich Ihnen, in Deutschland werde ich nie wieder Taxi fahren. Das ist ja total langweilig mit euch! Was Spannung und Nervenkitzel angeht, könnt Ihr mit euren Kollegen aus Istanbul nie konkurrieren!“
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 27. Dezember 2007 ) | ||||
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